Das chamälionhafte Ich-Gefühl

Unsere Vorstellung, von dem was wir seien, ist eng mit den Gefühlen verbunden, die wir für jene um uns herum haben. Das Gefühl, ein solides unabhängiges Selbst zu sein, kommt und geht. Manchmal, wenn wir wütend oder eifersüchtig sind oder uns schämen beispielsweise, kann es sehr stark sein. Zu anderen Zeiten, wenn wir uns sicher und entspannt fühlen, kann es relativ schwach sein. Wenn wir durch Meditation beruhigt sind, kann das Gefühl, ein isoliertes Selbst zu sein, vollkommen verschwinden.

Eine der wichtigsten Fertigkeiten, die es für den Meditierenden zu entwickeln gilt, ist die des Beobachtungsgeschicks. Das Beobachten, wie sich das Gefühl, wer wir sind, gemäß Ursachen und Bedingungen ändert, kann zu tiefen Einsichten in die Bedeutung von Nicht-Selbstheit führen.

Ajahn Jayasāro

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