Der Meister fragte einmal seinen Schüler, ihm alles zu beschreiben, was er vor sich sehe. Daraufhin beschrieb der Schüler mit äußerster Detailtreue die Berge, die Bäume, die Bäche, den Himmel, die Wolken. Der Meister aber war nicht zufrieden. Woraufhin der Schüler noch mehr ins Detail ging. Er beschrieb die Bewegung der Blätter, als die Bergbrise durch die Bäume wehte, die Wasserspiegelungen und Strudel im Wasserlauf der Bäche, die verschiedenen Schattenspiele der Spurrillen auf den Pfaden. Mehr und mehr Einzelheiten fügte er hinzu, doch der Meister blieb immer noch unbeeindruckt. Er war davon überzeugt, dass der Schüler etwas wichtiges vergessen hatte. Schließlich gab der Schüler auf, und bat den Meister, ihm doch mitzuteilen, was er denn übersehen habe. Der Meister antwortete: »Die wichtigste Sache von allen ist das Licht! Ohne Licht würdest du überhaupt nichts sehen!«
Wir greifen nach Sinnesobjekten, weil wir das Gewahrsein nicht sehen. Gewahrsein ist das wichtigste von allem. Ohne es, könnten wir absolut nichts wahrnehmen. Deshalb kehre immer und immer wieder zurück zum Gewahrsein.
Ajahn Jayasaro
