Wir werden neidisch, wenn wir etwas genießen wollen, das gerade jemand anderes genießt. Wir denken, wenn wir nur diese Sache hätten, dieses Erlebnis, diese Beziehung, dann würden wir wahrhaftig glücklich sein.
Wir werden eifersüchtig, wenn wir darüber verärgert sind, das jemand anderes gerade etwas genießen darf, was wir gerne genießen möchten, oder – noch schmerzvoller – etwas, das wir einst genossen, aber jetzt nicht mehr haben.
Neid wurzelt in Gier.
Eifersucht wurzelt in Hass.
Ihr Vergehen, ihr zu Ende kommen aufmerksam zu beobachten, erlaubt uns, Neid und Eifersucht einfach als vergängliche Zustände zu sehen, und ermöglicht uns damit, die Identifikation mit ihnen loszulassen. Indem wir sie rückblickend untersuchen, erkennen wir, wie toxisch sie eigentlich sind, vor allem die Eifersucht. Eifersucht kann zur Obsession werden, ja fast schon zu einer Art Wahnsinn führen. Eifersüchtige Menschen können ihr eigenes Glück bei weitem effektiver zerstören, als die Person, auf die sie eifersüchtig sind, es jemals tun könnte. Es ist daher von absoluter Wichtigkeit, dass diejenigen, die anfällig für Eifersucht sind, die Gefahr erkennen, der sie ausgesetzt sind und mit völliger Hingabe die Meditation der Mitfreude (Muditā) entwickeln.
Ajahn Jayasāro


Artwork by Shitou 石头


