Der Buddha lehrte, dass bestimmte Geistesinhalte unser Gewahrsein des Friedens und der Klarheit berauben, und uns verschleiern, wie die Dinge wirklich sind. Diese Geistesinhalte werden ‚Kilesas‚ genannt, normalerweise als ‚Verblendungen‘ übersetzt.
Dieses Wort jedoch kann als intellektuelles Konzept recht einfach aufgegriffen und benutzt werden. Es kann aber nur dann wahrhaftig verstanden werden, wenn wir eine Erfahrung des nicht-verblendeteten Zustands des Samādhi erlebt haben. Genau wie wir nur vollständig verstehen können, was ’schmutzig‘ bedeutet, wenn wir eine Erfahrung von ’sauber‘ gemacht haben, so können wir nur wirklich verstehen, wie manche Geistesinhalte das Gewahrsein verblenden, wenn mir eine Erfahrung von Stille und Klarheit gemacht haben. Wir haben somit etwas zum Vergleich. Klar zu sehen, welchen Einfluss diese Verblendungen auf unser Bewusstsein haben und wieviel Leiden für uns aus ihnen resultiert, wird den Enthusiasmus für die Praxis auf natürliche Weise in uns aufkommen lassen.
Ajahn Jayasāro
