Thinking „thank you“ thinkable / »Danke« denken denkbar

Haben wir Probleme mit anderen Menschen, denken wir für gewöhnlich, es sei ihre Schuld. Wir denken »Um wieviel besser wäre mein Leben, wenn nur diese Person nicht hier wäre!« Ändert sich aber die Situation und jene Person, die wir für unser Leiden verantwortlich machen, ist nicht mehr anwesend, wie kann es denn da sein, dass nach nicht allzulanger Zeit eine andere Person ihren Platz eingenommen hat? Wenn das geschieht, müssen wir uns bewusst sein, dass dies ein Anzeichen eines Verhaltensmusters ist. Wir müssen genauer hinschauen – und zwar nach innen.

Es wäre durchaus weiser, diese Menschen als unsere Lehrer zu betrachten. Manchmal sagen wir ja »er bringt mich zur Weißglut« oder »sie bringt mich noch zum Wahnsinn«, »er bringt mich auf die Palme«. Anders gesagt, bringen sie die Verblendungen in unserem Herzen zum Vorschein. Das Unbehagen stammt nicht wirklich daher, mit diesen Leuten zusammen sein zu müssen. Eher sind wir gezwungen, in uns selber den Dingen ins Gesicht zu blicken, die wir lieber nicht anschauen möchten. Aus diesem Grund sollten wir all den schwierigen Menschen in unserem Leben »Danke« dafür sagen, dass sie uns daran erinnern, wieviel Arbeit wir noch an unseren Verblendungen zu tun haben. Und machen uns dann direkt an die Arbeit.

Ajahn Jayasāro