Bei einer Sportveranstaltung, wie einem Fussballspiel zum Beispiel, informiert der Kommentator das Publikum über alles, was auf dem Feld passiert. Er drückt Aufregung und Bewunderung, Kritik und Erwartung aus.
Die Worte des Kommentators haben nichts mit dem Spiel an sich zu tun. Ohne den Kommentator würde das Spiel genau so, auf die exakt gleiche Weise verlaufen.
In unserer Meditationspraxis haben wir so viele verschiedene Stimmen in uns, die unsere Zustände und Leistungen kommentieren: Stimmen der Wertschätzung und Kritik, Beurteilungen und Erwartungen. Wir halten diese Stimmen für objektive Kommentatoren, wie jene, die Sportveranstaltungen beobachten.
Aber tatsächlich sind all diese Stimmen Teil der Praxis und nicht ihre Beobachter. Meditierende müssen daher gegenüber all diesen Stimmen achtsam und wachsam sein. Nehmen wir sie zu ernst, können sie zu einem beträchtlichen Hindernis auf unserem Pfad zur Befreiung werden. Erkennen wir sie aber als das, was sie sind – »Aha, da ist der Oberrichter schon wieder«, »aha, Angst ist mal wieder auf einen Besuch gekommen« – werden sie bald wieder von selbst verschwinden.
Ajahn Jayasāro

