Kurz vor seinem Dahinscheiden, gab der Buddha seinen Schülern letzte Instruktionen. Er erinnerte sie nochmals an die unbeständige Natur aller Dinge, und ermutigte sie darin, sich selbst in Strebsamkeit zu vervollkommenen (Pāli: ‚appamāda‘).
Strebsam zu sein bedeutet, nichts für selbstverständlich zu halten. Strebsame Menschen hegen keine Ansprüche auf irgendetwas oder irgendjemanden. Sie erwarten nicht, dass die Dinge sich schon selber fügen werden. Sie suchen nicht nach Trost in Gebet und Zeremonien. Sie streben danach, eine innere Zuflucht zu schaffen. Strebsame Menschen verfangen sich nicht in der Falle des unnützen sich Sorgen machens oder des unrealistischen Hoffens auf die Zukunft. Sie konzentrieren ihre Energie auf die Entwicklung einer inneren Bereitschaft, all dem, was das Leben ihnen entgegenbringt, mit Ruhe, Geduld, Freundlichkeit und Weisheit begegnen zu können.
Mein Neujahrswunsch für euch ist daher nicht, dass alles in eurem Leben so verlaufen soll wie ihr es gerne hättet. Denn so wird es nicht werden!
Aus tiefstem Herzen aber wünsche ich euch, dass ihr innere Ressourcen entwickeln könnt, um all euren Herausforderungen weise zu begegnen, und dass ihr in beiden Welten erfolgreich sein und in Wohlstand aufblühen werdet: in der äußeren Welt der Pflichten und Verantwortlichkeiten sowie in der inneren Welt des Geistes.
Ajahn Jayasāro


Chinese Artwork by Yu Biaoguo