(Re)Birthcontrol/Wi(e)der Geburt

Erkenne die Unterschiede in den Gefühlserlebnissen, wie sie durch Worte wie, »ein Körper« und »mein Körper«, »ein Glücksgefühl« und »mein Glücksgefühl« hervorgerufen werden. Betrachte, wie das Gefühl von einem Besitzer aufsteigt, wie es sich anfühlt, und wie es wieder vergeht. Wenn es aufsteigt, zieht es unweigerlich einen Leidensdruck nach sich. Wenn es verschwindet, hört auch der Leidensdruck wieder auf.

Wenn ein menschliches Wesen den Bauch seiner Mutter verlässt, nennen wir dies Geburt. Diese Art von Geburt geschieht nur ein einziges mal zu einer Lebzeit. Im Buddhismus aber hat das Wort »Geburt« noch eine zweite Bedeutung. Es bezieht sich auch auf das Entstehen des Gefühls von »Ich« und »Mein« in uns, inklusive der daraus folgenden Leidenserfahrung. Diese Art von Geburt vollzieht sich viele, viele male jeden einzelnen Tag.

Man könnte daher sagen, dass unsere Praxis der Meditation eine Art natürliche Geburtenkontrolle darstellt. Das Nicht-Aufsteigen eines »Ich« und »Mein«-Gefühls bedeutet das Ende von Geburt und damit auch das Ende von Tod. Der Buddha nannte dies Nibbāna, die Dimension der Todlosigkeit.

Ajahn Jayasāro