The Power of daily Almsround / Die Kraft des täglichen Almosengangs

Die Beziehung zwischen Waldmönchen und den Menschen, die ihnen jeden Tag etwas zu essen in die Schale tun, ist eine ganz außergewöhnliche. Frühmorgens, wenn die Mönche durch das Dorf laufen, grüßen sie die Spender nicht, sie nehmen auch keinen Blickkontakt mit ihnen auf, und gedankt für die Spenden wird auch nicht. Und doch, über Tage, Monate und Jahre hinweg, ist es, wohl mehr als jeder andere Faktor, jene Kraft dieses simplen Rituals des Gebens und der Großzügigkeit, welches die starke und warme Verbindung zwischen Ordinierten und der lokalen Gemeinschaft aufrecht erhält. Der Almosengang der Mönche bietet den Dorfbewohnern die Gelegenheit, ihren Tag mit einer gütigen Tat zu beginnen sowie sich spiritueller Werte zu vergegenwärtigen. Der Almosengang erinnert die Mönche daran, dass jeder Bissen ihrer Mahlzeit ein Ausdruck harter Arbeit, Großzügigkeit und Vertrauen der Laienanhänger darstellt. Sie versuchen sich ständig daran zu erinnern, dass diese Unterstützung niemals für selbstverständlich gehalten werden darf. Sie bemühen sich deshalb mit Eifer darum, dieser Gaben auch würdig zu sein. Obgleich die Beziehung zwischen Mönchen und den Dorfbewohnern in der unmittelbaren Klosterumgebung eine ganz besondere ist, basiert sie doch auf universellen Prinzipien. Gesunde, funktionierende Langzeitbeziehungen, jedweder Art, gedeihen, wenn sie auf gegeseitiger Unterstützung, Großzügigkeit, Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Vertrauen basieren.

Ajahn Jayasāro

Ajahn Jayasāro als junger Mönch in Wat Pah Nanachat führt den Almosengang im Dorf Bungwai, Thailand, Anfang der 1980er. / Ajahn Jayasaro as a young monk in Wat Pa Nanachat (International Forest monastery) leading the almsround in Bungwai village , Ubon Ratchathani province, Thailand, in the early 1980s.