Einmal saß ich unter Ajahn Cha’s Hütte, um ihm bei den täglichen Putzarbeiten aufzuwarten, als gerade eine Gruppe von Gästen aus Bangkok eintraf. Im Laufe des Gesprächs mit ihnen zeigte Ajahn Cha auf mich und sagte: „Der dort ist noch nicht lange hier und spricht schon sehr gut Thailändisch und Isaan-Dialekt!“ Sich zu mir drehend fragte er: „Hab ich recht?“
„Ja, Ehrwürdiger Ajahn!“ antwortete ich. Mit strahlendem Lächeln wandte er sich den Gästen zu und sagte: „Na, seht ihr was ich meine!“
Ich glaube, wohl noch nie in meinem Leben war ich so stolz auf mich wie in diesem Augenblick.
Nachdem alle Gäste wieder gegangen waren, nahm Ajahn Cha seine falschen Zähne heraus – die rot mit Betelnuss-Saft beschmiert waren – und hieß mich an, sie mit Sand gründlich zu reinigen. Als ich sie sauber geschrubbt hatte und ihm überreichte, sprach er etwas zu mir in sehr schnellem Isaan-Dialekt. Selbst wenn er seine Zahnprothesen trägt, kann ich ihn schon kaum verstehen, und ohne Gebiss im Mund hatte ich daher kein einziges Wort verstanden. Er runzelte die Stirn und beschwerte sich bei den anderen Mönchen über meine schlechten Sprachkenntnisse.
Niemals in meinem Leben, glaube ich, hatte ich mich so entmutigt und beschämt gefühlt wie in diesem Moment.
Genau auf diese Weise lehrte mich Ajahn Cha die Wahrheit über Lob und Tadel.
Ajahn Jayasaro





