
In einem früheren Leben soll der Ehrwürdige Anuruddha, einer der großen Schüler des Buddha, ein Sklave namens Annabhara gewesen sein, der im Haushalt eines Bankiers namens Sumana lebte. Eines Tages, als Annabhara auf der Wiese Gras schnitt, erblickte er einen Samana mit seiner Almosenschale. Er ließ sofort alles stehen und liegen und eilte ins Haus. Er kam mit dem Reis zurück, den er für sein eigenes Frühstück vorgesehen hatte, und bot ihn dem Mönch an. Als Sumanas Tochter dies sah, lobte sie diese großzügige Tat und machte so ihren Vater darauf aufmerksam.
Während Annabhara saß und den weisen Worten des Mönchs lauschte, näherte sich Sumana. Er bat Annabhara, seinen Verdienst mit ihm zu teilen. Annabhara zögerte (ich vermute, er dachte: „Ich bin dein Sklave. Du besitzt meinen Körper. Jetzt willst du auch noch meinen Verdienst? Darf ich denn gar nichts für mich selbst haben?“), und schaute den Samana an. Der Samana sprach daraufhin eines der schönsten, ältesten und universellsten Gleichnisse aus. Er sagte: ‚Annabhara, dein Verdienst ist wie eine Kerzenflamme. Wenn du die Kerze eines anderen mit deiner Kerze anzündest, wird deine in keiner Weise geschmälert.‘
Also teilte Annabhara seinen Verdienst mit Sumana, und Sumana wollte ihn belohnen. Annabhara lehnte ab: „Wenn ich dafür Geld nehme, ist es, als würde ich es an dich verkaufen, und ich würde all die Freude verlieren, die ich empfinde.“ Sumana war so beeindruckt, dass er Annabhara von diesem Moment an für einen freien Mann erklärte.
Ajahn Jayasāro
4/3/25
