Der Unterschied zwischen Mettā und Wohlwollen

Der Unterschied zwischen mettā und allgemeinem Wohlwollen anderen gegenüber liegt in ihrer Bedingungslosigkeit. Wohlwollen kann durch Gier, Wut, Eitelkeit, Vorurteile – rassischer, kultureller oder religiöser Art – eingeschränkt werden. Es kann schrumpfen und ganz verschwinden, wenn andere uns verletzen oder uns Angst machen, uns Schmerzen zufügen oder diejenigen bedrohen, die wir lieben. Mettā ist etwas ganz anderes. Um diesen Punkt zu verdeutlichen, gab der Buddha ein einprägsames Beispiel:
„Ihr Bhikkhus, sogar wenn Banditen euch barbarisch, Glied für Glied, mit einer Doppelgriffsäge in Stücke teilen würden, würde derjenige, der einen verdorbenen Geist ihnen gegenüber entstehen ließe, meine Lehre nicht befolgen. Darin, ihr Bhikkhus, solltet ihr euch so üben: Unser Herz wird unbeeinträchtigt bleiben, und wir werden keine bösen Worte äußern; wir werden in Mitgefühl für ihr Wohlergehen verweilen, mit einem Herzen voller Liebender Güte, ohne inneren Haß. Wir werden verweilen, indem wir sie mit einem Gemüt durchdringen, das von Liebender Güte durchtränkt ist, unerschöpflich, erhaben, unermesslich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen.“ (MN21)

Ajahn Jayasāro
7/6/25