Der Duft von frisch gebackenem Brot

Letzte Woche befand ich mich in einer kleinen Autokolonne auf langer Fahrt durch eine Gebirgslandschaft. Als der kühle Spätnachmittag voranschritt, einigten wir uns darauf, eine kurze Pause einzulegen. Wir parkten und gingen in ein Gebäude, in dem es im zweiten Stock ein Restaurant und Toiletten gab. Als sich die automatischen Türen im Erdgeschoss öffneten, standen wir vor einem kleinen Laden voller frisch gebackener Brote und Gebäck, das unsere Augen erfreute und unsere Nasen mit seinem wunderbaren Duft anlockte. Das war ein echt schlaues Konzept.
Als ich oben saß, meinen Kaffee genoß und die spektakuläre Landschaft betrachtete, wurde mir klar, wie viele Kindheitserinnerungen sich mit dem Geruch von frischem Brot verbanden und dass jede einzelne davon positiv war. Für mich weckte dieser Geruch nicht so sehr den Wunsch, Brot zu essen, sondern war vielmehr ein Symbol oder Nimitta für Wohlbefinden.
Während ich also dort saß, rief ich mir die Wahrnehmungen in Erinnerung, die ich mit dem Duft von frischem Brot verband, und ließ das Gefühl des Wohlbefindens, das sie in mir hervorriefen, meinen Körper durchströmen. Erinnerungen müssen kein Hindernis für die Meditation sein. Mit gutem Urteilsvermögen können sie als Tor zu positiven Emotionen dienen, die die Schulung des Geistes unterstützen.

Ajahn Jayasāro
15/12/25