Drohende Gefahren konstruktiv betrachten

Wenn wir uns zu sehr mit all den Gefahren beschäftigen, denen die Menschheit in den nächsten Jahren ausgesetzt sein wird, führt das wahrscheinlich nur zu unnötigem Stress und Sorgen in unserem Leben. Es ist sicher besser, im Hier und Jetzt zu bleiben und einfach alles Schritt für Schritt anzugehen, einen Atemzug nach dem anderen.

Naja, ja und nein. Es kommt drauf an, wie wir mit diesen Gefahren umgehen. Manchmal ermutigte der Buddha seine Mönche, über die vergängliche Natur ihrer aktuellen angenehmen Lebensumstände nachzudenken, um sie in ihrer Praxis zu motivieren. Er sagte jungen und gesunden Mönchen, sie sollten bedenken, wie viel schwieriger es in Zukunft sein würde, sich in der Abgeschiedenheit anzustrengen, wenn sie von Krankheit und Alter geplagt wären. Er wies darauf hin, wie schwer ihr Leben werden würde, wenn die Dörfer in der Umgebung von Hungersnöten oder sozialen Unruhen betroffen wären, oder was passieren würde, wenn es zu ernsthaften Streitigkeiten innerhalb der Sangha käme.

Der Buddha wies auch auf unmittelbarere Gefahren hin, die Mönche bei ihrer Praxis in Abgeschiedenheit bedrohen könnten. Sie könnten von giftigen Schlangen, Tausendfüßlern oder Skorpionen gebissen werden. Sie könnten plötzlich an einer Lebensmittelvergiftung erkranken oder einen Unfall haben und sich etwas brechen. Sie könnten von wilden Tieren wie Tigern oder Leoparden angegriffen werden. Sie könnten von Kriminellen misshandelt werden, die sich im Wald verstecken, um Verbrechen zu planen oder ihrer Verhaftung zu entgehen. Sie könnten von nicht-menschlichen Wesen misshandelt werden.

Anstatt angesichts drohender Gefahren deprimiert oder ängstlich zu werden, können wir sie auch konstruktiv betrachten. Indem wir ruhig darüber nachdenken, können wir unsere Wertschätzung für die Vorteile, die wir gerade genießen, vertiefen und diese bestmöglich nutzen, solange es noch geht.

Ajahn Jayasāro
31/1/26