
Heute sitze ich in einem Zimmer und blicke über das Meer. Meine Gedanken wenden sich den Worten des Buddha im Anguttara Nikāya zu:
„So wie, Pahārāda, der große Ozean allmählich abfällt, allmählich abschüssig wird, allmählich geneigt ist und nicht plötzlich steil abbricht, ebenso gibt es in diesem Dhamma und dieser Disziplin ein allmähliches Training, ein allmähliches Üben, ein allmähliches Fortschreiten, kein plötzliches Durchdringen zur endgültigen Erkenntnis.“
AN 8.19
Hier bestreitet der Buddha keine plötzliche Erleuchtung, sondern erklärt uns, dass sie nur als Höhepunkt einer gründlichen und vollständigen Praxis des Edlen Achtfachen Pfades entstehen kann.
„So wie der große Ozean nur einen einzigen Geschmack hat, den Geschmack von Salz, ebenso hat dieser Dhamma und diese Disziplin nur einen einzigen Geschmack, den Geschmack der Befreiung.“
AN 8.19
Befreiung ist nicht einfach nur der Höhepunkt des Trainings, sondern dessen eigentliche Essenz. Das Maß, in dem eine Praxis uns befreit, ist ein guter Hinweis auf ihre Richtigkeit. Befreit uns unsere Praxis der Großzügigkeit tatsächlich von Selbstsucht und Besitzdenken? Befreit uns unsere Übung ethischer Regeln tatsächlich von den Absichten, uns selbst und anderen zu schaden? Befreit uns unsere geistige Kultivierung tatsächlich von den Hindernissen und anderen Anhaftungen?
Ajahn Jayasāro
9/5/26
