Verse aus dem Tuvaṭaka-Sutta

Einige der schönsten und tiefgründigsten Verse in den Lehrreden des Buddha finden sich im Sutta Nipāta. Im Tuvaṭaka Sutta fragt ein junger Asket nach dem höchsten Ziel im Leben eines Mönchs und wie man als Ordensangehöriger richtig lebt. Ich möchte euch ein paar Zeilen aus der Antwort des Buddha vorstellen.

„Möge der Weise (die Einbildung) ‚Ich bin‘ abschneiden, die Wurzel allen Ausuferns. Welche Begierden auch immer im Inneren schlummern – stets achtsam, möge er sich darin üben, sie zu zähmen.“

„Man sollte nicht zulassen, dass das, was man innerlich oder äußerlich erkennt, zu Stolz führt, denn das wird von den Weisen nicht als (wahres) Erlöschen bezeichnet.“

„Man sollte sich aufgrund seines Wissens anderen gegenüber weder für überlegen noch für unterlegen halten, auch nicht für gleichwertig.“

„Man sollte inneren Frieden in sich selbst finden, nicht bei anderen suchen.“

„Für den, der mit sich selbst im Reinen ist, gibt es nichts zu greifen, geschweige denn, abzulehnen.“

„So wie auf dem Grund des Ozeans keine Welle entsteht und das Meer ruhig ist, so bleibe man selbst ebenfalls unerschütterlich und still.“

„Man sollte seine Augen nicht wahllos umherschweifen lassen; man sollte seine Ohren vor Dorfklatsch verschließen. Man sollte nicht nach dem Geschmack (feiner Speisen) gieren und nichts in der Welt als ‚mein‘ betrachten.“

„Inmitten unangenehmer Erfahrungen sollte man nicht klagen. Man sollte sich nach keinem Daseinszustand sehnen. Man sollte in beängstigenden Situationen nicht zittern.“

„Ein Mönch sollte achtsam praktizieren. Da er das Erlöschen als Quelle der Gelassenheit erkannt hat, sollte er Gotamas Lehren nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Ajahn Jayasāro
4/8/26