
Eine Passage im Kommentar zum Darimukha-Jātaka geht näher auf die verschiedenen Ursachen von „ummāda“ ein – ein Begriff, der manchmal mit „Wahnsinn“ übersetzt wird, aber meiner Meinung nach besser als „psychische Erkrankung“ verstanden werden sollte. Die Liste bietet einen interessanten Vergleich zu den vorherrschenden Ansichten der modernen Psychiatrie. Es werden acht Auslöser für psychische Erkrankungen genannt:
1. Sinnliches Verlangen, Lust
2. Wut, Negativität
3. Falsche Ansichten oder Überzeugungen
4. Wahnvorstellungen, Verwirrung
5. Yakkha (Besessenheit durch nichtmenschliche Wesen)
6. Pitta (wörtlich: Galle), körperliche Störungen, z. B. Störung der Darm-
Hirn-Achse, systemische Entzündungen (alles nach dem „z. B.“ in
diesem Satz ist Spekulation; ich bin natürlich kein Arzt)
7. Rauschmittel
8. Unglück, Trauer, tiefer Verlust.
In DN 33 zählt der Buddha fünf Arten von Verlust auf, die mit Depressionen in Verbindung gebracht werden können:
Verlust von Familienmitgliedern oder geliebten Menschen durch Tod oder Trennung;
Verlust von Reichtum, Besitz, finanzieller Sicherheit, Lebensgrundlage;
Verlust der Gesundheit aufgrund chronischer, schwächender oder unheilbarer Krankheiten;
Verlust oder Aufgabe moralischen Verhaltens (sīla);
Verlust gesunder Ansichten und Perspektiven, insbesondere in Bezug auf Kamma und dessen Folgen (paññā).
Buddhistische Heilung beginnt mit den grundlegenden Dingen:
Kümmere dich gut um deinen Körper;
tu Gutes und sei freundlich zu anderen;
übe Sinnesbeherrschung, besonders der Augen und Ohren;
setze dir kluge Grenzen für dein Handeln und deine Sprache.
Ajahn Jayasāro
20/10/26
