Als Schuljunge war ich sehr wissbegierig. Ich mochte es, Fragen zu stellen und Dinge aus ungewöhnlichen Perspektiven zu betrachten. Eines Tages erhielt ich von meinem Lehrer einen korrigierten Aufsatz zurück. Am Seitenrand kommentierte er meine Ideen im Aufsatz. In einem Eintrag schrieb er, »Nicht alle Fragen, die gefragt werden können, sind es wert, beantwortet zu werden«. Mehr als vierzig Jahre später, bin ich meinem Lehrer immer noch dankbar für diesen Kommentar.
Wir können so viel Zeit damit verschwenden, Fragen zu stellen, die nicht beantwortet werden müssen. Dabei vernachlässigen wir die Fragen, die beantwortet werden sollten. Eine wichtige Lebenskunst, die es zu entwickeln gilt, ist es deshalb, mit einem durch Meditation beruhigten und klaren Gemüt, die besten und geschicktesten Fragen zu finden, die in bestimmten schwierigen Situationen gestellt werden können.
Hier ein Beispiel einer Frage, die besser vermieden werden sollte. Tritt ein Problem auf, oder es wurde ein Fehler gemacht, ist es für gewöhnlich unsere Tendenz mit der Frage zu reagieren: »Wer ist schuld?« Diese Frage aber vereinfacht die Problematik zu sehr und bringt Leute nur gegeneinander auf. Eine bessere Frage hier wäre, »Was hat jede einzelne Person oder involvierte Partei zu diesem Problem oder Fehler beigetragen?« Eher auf die Beiträge zu schauen, als zu entscheiden, wer Schuld ist, führt zu klaren und intelligenten Problemlösungen.
Ajahn Jayasāro


