Wise about keeping vows/ Gelübte mit Weisheit halten

Während der dreimonatigen Regenzeitklausur der Mönche und Nonnen versuchen sich Laienbuddhisten oftmals in der strikteren Befolgung ihrer Ethikregeln. Erfolge aber variieren. Unter denen, die scheitern, können drei Reaktionsweisen beobachtet werden. Diese können uns reichlich Aufschluss über die Mechanismen unseres Geistes geben, wie sie funktionieren, wenn wir unsere gefassten Gelübde oder Entschlüsse nicht einhalten können:

a) »Nein, hab meinen Entschluss nicht gebrochen. Nicht wirklich!«

Wir brechen unser Versprechen, aber weigern uns, es einzugestehen. Üblicherweise bedeutet das, den Schwur umzudefinieren. Zum Beispiel sagen wir, dass die Ethikregel in Wirklichkeit ja nicht allen Konsum von Alkohol verbietet, sondern nur das Bedrunkensein.

b) »Ja, habs gebrochen. Aber…«

Wir brechen ein Gelübde, aber versuchen seine Wichtigkeit herunterzuspielen. Zum Beispiel : »OK, ja ich hab da einmal gelogen, aber es war nur eine kleine Lüge, sie war nicht mal von böswilliger Absicht, und überhaupt, zu strikt zu sein mit diesen Dingen ist ja nicht der Mittlere Weg.«

c) »Ja, hab es gebrochen. Und…«

Wir brechen unser Gelübde, aber feilschen mit uns selbst, um uns besser zu fühlen. Zum Beispiel »OK, ja ich hab mein Gelübde gebrochen, und deshalb werde ich es in Zukunft umso strenger einhalten.«

Gelübde erfolgreich zu halten, verlangt von uns ein Gewahrsein von der Trickhaftigkeit unseres Geistes. Werde nicht von ihm reingelegt. Falls du ein Gelübde brechen solltest, dann gib nicht auf. Lerne aus deinen Fehlern und beginne demütig von neuem.

Ajahn Jayasāro