Vom Buddha und dem Weihnachtsmann/ Buddha and the Santa Claus

Als kleiner Junge fand ich heraus, dass es eine solche Person wie den Weihnachtsmann überhaupt nicht gibt. Dies war für mich ein extrem einschneidendes Erlebnis. Mir wurde zum ersten mal in meinem Leben bewusst, dass es möglich war, bedingungslos an etwas zu glauben, das eine völlige Fiktion war. Mir wurde klar, dass Erwachsenen, auch denjenigen, die uns lieben, nicht immer vertraut werden kann. Jenes Erlebnis markierte den Beginn eines lebenslangen Interesses in das Wesen von Glauben und Vertrauen.

Unser Glaube im Buddhismus liegt nicht in Dogmen, sondern in überprüfbaren Aussagen über das menschliche Erleben. Der Buddha zeigt uns, wie Glaube unser Leben vereinfacht und konkretisiert. Er erinnert uns aber auch daran, unsere Überzeugungen unentwegt dem Test der eigenen Erfahrung zu unterziehen. Erkennen wir in unserer Praxis, wie sich geistige Verunreinigungen verringern? Können wir sehen, wie durch unsere Praxis innere Tugenden zunehmen? Können wir einen Zusammenhang zwischen Leiden und Verlangen erkennen, zwischen dem Ende des Leidens und dem Achtfachen Pfad?

Indem wir in unserer Praxis voranschreiten, erkennen wir, dass uns der Buddha niemals belügt, uns nie in die Irre führt, uns niemals im Stich lässt. Dabei wächst in unserem Herzen ein tiefes Vertrauen in die Dreifache Zuflucht.

Ajahn Jayasāro

Chinese Artwork by Biao Yuguo 俞国彪

Original handwritten teaching from Aj. Jayasāro