Heute, am buddhistischen Feiertag der Māgha-Pūja, gedenken wir eines Ereignisses, das sich am Vollmondtag im Februar des ersten Jahres nach Buddhas Erleuchtung ereignete. An jenem Tag kamen 1250 Arahants, ohne vorherige Absprache, im Bambushain-Kloster in Rājagaha zusammen. Der Buddha richtete sich mit einem Lehrvortrag an die versammelten Mönche, der die grundlegenden Prinzipien des monastischen Trainings zusammenfasst, eine Lehre, die als Ovāda Pātimokkha bekannt werden sollte. Diese Anleitung diente für all die großen Mönche als eine leicht zu behaltende Checkliste, als sie sich aufmachten, den Dhamma in ganz Indien und darüber hinaus zu verbreiten.
Die Ovāda Patimokkha erklärt Nibbāna zum höchsten Ziel, und Geduld (Khanti) als die stärkste reinigende Tugend. Sie postuliert die Gewaltlosigkeit durch Körper und Sprache als kennzeichnende Eigenschaft eines buddhistischen Ordinierten. Sie ermutigt die Mönche darin, innerhalb der Grenzen rechten Betragens zu leben, genügsam beim Mahl zu sein, in abgeschiedenen Unterkünften zu leben und sich dem Geistestraining mit Hingabe zu widmen.
Eine jener kurzen Strophen aus der Ovāda Patimokkha wird allgemein als Herzstück des buddhistischen Pfades, für alle Buddhisten, monastisch oder im Hausleben stehend, betrachtet:
„Jegliche böse Tat zu unterlassen,
zu vervollkommnen, was heilsam ist,
zu reinigen den eig’nen Geist,
dies ist die Botschaft der Erleuchteten.“
Ajahn Jayasāro


Artwork by Biao Yuguo
