Nichts und niemand hat die Macht, uns wütend zu machen. Da gibt es immer einen Teil von uns, der sich ärgern will, der Wut geniesst. Wut entsteht dann, wenn unsere unrealistischen Erwartungen an Situationen und Menschen enttäuscht werden. Wir wollen von allen respektiert werden und sind wütend, wenn wir das Gefühl haben, nicht respektiert zu werden. Wir wollen, dass die Welt ein gerechter und lieblicher Ort zum Leben ist, und werden wütend, wenn wir ihre Ungerechtigkeit und Grausamkeit erkennen.
Je klarer wir aber alle Ursachen und Bedingungen verstehen, die zu den Dingen führen, wie sie nun mal geschehen, oder Leute dazu bringt, zu handeln, wie sie nun mal handeln, desto weniger werden wir darüber in Zorn geraten, dass die Dinge nicht so sind, wie wir sie gerne hätten, oder wie wir meinen, dass sie sein sollten. Von diesem ruhigen Ort ausgehend, können wir uns voran arbeiten und Dinge aufgeben, die es aufzugeben gilt, und Dinge entfalten, die es zu entfalten gilt.
Ajahn Jayasāro
