Wise about Craving (I): Combat Intelligence/ Wissen um Gier (I): Feindaufklärung

Bevor wir die Verblendungen loslassen können, müssen wir sie zuerst verstehen. Um Begierde (törichtes, zerstörerisches Verlangen) zu verstehen, müssen wir in der Lage sein, ihre Eigenschaften zu erkennen. Dazu hier ein paar Beobachtungen:

Das Ziel der Begierde ist angenehmes Gefühl, entweder direkt (zum Beispiel Gier nach schmackhaftem Essen), oder indirekt (Gier nach Geld und Ruhm, aufgrund der angenehmen Gefühle, die sie vermeintlich bereitstellen können). Gier ist immer auf die Zukunft gerichtet. Sie benötigt immer eine Unzufriedenheit mit der Gegenwart. Das Erleben von Gier an sich ist unangenehm. Die gierende Person will so schnell wie möglich die Gier loswerden und sie mit dem Genuss des Objekts der Begierde ersetzen. Das Gierobjekt zu geniessen, ist wie eine juckende Stelle zu kratzen. Nicht lange und das Jucken kehrt zurück, mit noch grösserer Intensität. Begierde wühlt den Geist auf, macht ihn unruhig. Sie nimmt dem Geist jeglichen Sinn für richtig und falsch. Begierde führt zum Brechen der Ethikregeln und damit zu Konflikt, der von der persönlichen bis hin zur internationalen Ebene reicht. Einzig und allein indem Begierde aufgegeben und weises Verlangen (welches im nächsten Beitrag erklärt wird) kultiviert wird, können wir wahren Frieden erfahren.

Ajahn Jayasāro