Waiting times/ Wartezeiten

In unserem Leben verbringen wir eine Menge Zeit damit, auf etwas zu warten, das wir haben wollen. Sei es vielleicht im Geschäft zu warten, bedient zu werden; im Stau darauf zu warten, dass er sich endlich auflöst; warten bis jemand unsere Bitte bejaht; oder vielleicht darauf zu warten, dass uns jemand verzeiht. Es gibt so viele Dinge, auf die wir warten. Aber was genau ist Warten eigentlich? Wie genau unterscheidet es sich vom normalen Sitzen, Stehen, oder Liegen? Warum scheint es, die Zeit so extrem zu verlangsamen?

Versuche genau hinzuschauen, um zu sehen, wie das Gefühl des Wartens genau dann aufsteigt, wann immer wir uns erlauben, in die Zukunft abzuschweifen. Subjektiv betrachtet, scheint Warten das Gefühl zu sein, Zeit auszufüllen, zwischen dem Jetzt und dem Eintreten des erhofften Ereignisses in der Zukunft. Dieses Gefühl des Wartens führt jedoch so leicht zu Anspannung und Frustration. Warum aber halten wir unsere Aufmerksamkeit nicht einfach in der Gegenwart? Warum nutzen wir nicht dieses Zeitintervall, zwischen dem Gewahrsein eines Bedürfnisses und dem Moment seiner Erfüllung, um in innerer Ruhe und Klarheit zu verweilen? Diese kurzen Zeiträume müssen keine Quelle des Leidens sein. Man kann sie genießen.

Ajahn Jayasāro