Stellt euch vor, ihr wärt in einem geschlossenen Raum mit einem zutiefst verängstigten Tier gefangen.
Die Kreatur heult, jammert und wimmert. Sie wirft sich mit voller Wucht gegen die Wände. Sie uriniert und defäkiert auf den Boden. Die ganze Erfahrung ist jetzt ein einziger Albtraum.
Nun stellt euch aber in einem weitläufigen Park vor. Gras und Bäume so weit das Auge reicht. Das Tier rast nach wie vor im Kreis und heult lautstärk. Nach einer Weile allerdings wird es langsamer. Es beginnt sich zu entspannen. Schließlich legt es sich hin, um sich im kühlen Schatten auszuruhen.
Für einen ungeübten Geist kann sich das Erleben von Angst anfühlen, als wäre man mit einem in Panik geratenen Tier eingesperrt.
Dhamma zu praktizieren, bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass die Angst nicht mehr aufsteigt. Eher ist es so, dass wir den Raum um sie herum vergrößern. Die Angst nimmt ihren normalen Verlauf und kommt dann zur Ruhe. Dies können wir erreichen, indem wir unser aufmerksames Gewahrsein in unserem Körper verankern. Wir kümmern uns darum, unsere Atmung normal zu halten. Danach stellen wir ein entspanntes Gewahrsein für die Empfindungsmuster her, die von Kopf bis Fuß den gesamten Körper durchziehen.
Wir gestalten den Körper in einen weitläufigen Park. Wir müssen nicht mehr mit der Angst kämpfen. Wir lassen sie einfach auslaufen und zur Stillung kommen.
Ajahn Jayasaro
