Kürzlich erzählte mir ein Mönch von einem Erlebnis, das er auf einer seiner Mönchs-Wanderungen durch die ländlichen Regionen Europas hatte.
Er sagte, dass eines Tages auf dem Almosengang in einer kleinen Stadt ein Mann mit Geldstücken in der Hand sich zielstrebig auf ihn zu bewegte.
Der Mann nahm an, dass der Deckel der Almosenschale des Mönchs einen Schlitz haben müsse, wie eine Spardose, und beabsichtigte, eine Spende zu tätigen.
Als aber der Mönch ihm mitteilte, dass er kein Geld entgegennehmen könne, wollte der Mann ihm nicht glauben – vielleicht dachte er, würde der Mönch eine falsche Frömmigkeit vortäuschen: ‚Nein, nein. Das kann ich doch wirklich nicht annehmen!‘, und er fuhr fort, nach dem Schlitz zu suchen.
Ein kleiner Kampf um die Hoheit der Schale entbrannte.
Schließlich akzeptierte der Mann, dass der Mönch tatsächlich entschlossen war, die Geldspende zu verweigern.
Als er dies erkannte, wurde er sehr bewegt und Tränen füllten seine Augen.
Niemals hätte er sich träumen lassen, dass es in dieser modernen Welt noch immer Menschen gibt, die ein unverbindliches Geldgeschenk ablehnen würden. Daraufhin eilte er zum nahegelegenen Supermarkt, um dem Mönch dafür Lebensmittel zu kaufen.
Nicht nur Mönche können Menschen mit ihrem Verhalten inspirieren – sondern auch Nicht-Buddhisten – indem sie einfach ihre ethischen Verhaltensregeln, oder auch Tugendprinzipien genannt, einhalten und versuchen, die Lehren des Buddha in ihrem täglichen Leben so gut wie möglich anzuwenden.
Wir alle können den Dhamma verbreiten, indem wir ehrlich, großzügig, freundlich und rücksichtsvoll sind, achtsam und voll innerer Ruhe.
Ajahn Jayasaro



