
Gute Taten, gute Ergebnisse; schlechte Taten, schlechte Ergebnisse.
Das ist, kurz gesagt, das Gesetz des Kamma. Es klingt so einfach. Aber ohne nähere Erörterung (z.B. was ist eine gute Tat? Was ist eine schlechte Tat? Was ist ein gutes oder schlechtes Ergebnis? Wie lange dauert es, bis ein Ergebnis eintritt?) kann es irreführend sein.
Wenn wir annehmen, dass nur Gutes dabei herauskommt, wenn wir gut und mit reiner Absicht handeln, werden wir leiden. Güte wird immer einige Menschen bedrohen und verärgern und andere eifersüchtig machen. Wir vergessen das, wenn uns dann fälschlicherweise unreine, egoistische Motive unterstellt werden und wir empören uns: „Das ist nicht fair! Das ist ungerecht“. In Wirklichkeit ist das aber nichts anderes als die Welt, wie sie ist.
Bei einer Gelegenheit täuschte eine Frau namens Ciñca eine Schwangerschaft vor und behauptete, der Buddha sei der Vater. Eine gewisse Bhikkhunī beschuldigte Ven. Dabba Mallaputta – seit seinem siebten Lebensjahr ein Arahant – der Vergewaltigung. Ein Mitmönch beschuldigte Ven. Sāriputta des gewalttätigen Verhaltens.
Selbst die besten Menschen, die sich tadellos verhielten, wurden manchmal von den unerleuchteten Wesen um sie herum angefeindet. Warum sollten wir ein größeres Recht auf Fairness haben als sie?
Gute Taten führen zu einer Zunahme von Güte in unseren Herzen und in der Welt. Diese Zunahme ist das gute Ergebnis, das nie ausbleibt. Und es tritt in dem Moment ein, in dem die Tat ausgeführt wird.
Ajahn Jayasāro
27/6/23
