Website-Icon Herzensnahrung

Mettābhāvanā

Mettā-Meditationstechniken beginnen mit dem Einfachen und gehen allmählich zum Schwierigen und Herausfordernden über. Der Meditierende beginnt zum Beispiel damit, Mettā auf sich selbst zu richten, gefolgt von jenen, die er respektiert und liebt, dann Personen, für die er keine bestimmten Gefühle empfindet. Erst wenn der Geist auf diese Weise gestärkt ist, wendet er sich denen zu, für die er Ärger und Abneigung empfindet.
Meditationslehrer im Westen bemerken oft, dass man in buddhistischen Kulturen die eigene Person ganz offensichtlich als Ausgangspunkt für Mettā betrachtet, dass dies aber bei ihren Schülern nicht der Fall ist. Viele Meditierende sprechen von lähmender Selbstverachtung und Gefühlen der Unwürdigkeit. Unter solchen Umständen kann es eine gute Alternative sein, damit zu beginnen, einer Katze oder einem Welpen Mettā zukommen zu lassen.
Hier ist eine weitere Methode: Egal, wie negativ die Menschen über sich selbst denken, es ist selten, dass man jemanden trifft, der eine Abneigung gegen seine eigenen körperlichen Organe hat. Damit sollte man also beginnen. „Mögen meine Augen gesund sein! Mögen sie frei von grauem und grünem Star sein. Mögen sie niemals erblinden. Mögen meine Ohren gesund sein! Mögen sie nie taub werden. Mögen meine Zähne gesund sein! Möge meine Wirbelsäule gesund sein! Möge meine Lunge gesund sein! Mögen meine Nieren gesund sein!
Du kannst durch den ganzen Körper gehen. Lass dir Zeit.
Der Körper und Geist sind eng miteinander verbunden. Wenn Mettā auf die verschiedenen Teile des Körpers ausgestrahlt wird, beschränkt sie sich nicht auf den Körper. Sie sickert langsam in die Empfindungen ein, die der Meditierende für sein ganzes Dasein und für das, was er ist, hat. Mettā für sich selbst wird ganz selbstverständlich und normal.

Ajahn Jayasāro
8/7/23

Die mobile Version verlassen