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Warum wir nicht sind, was wir fühlen

Der Glaube, dass wir die Besitzer unserer Geisteszustände sind oder dass sie ein Teil von uns wären, lässt sich am einfachsten widerlegen, indem man zeigt, wie wenig Kontrolle wir über sie haben. Wenn Menschen sich bei Ajahn Chah beklagten, dass sie voller Wut seien, sagte er oft: „Wirklich? Dann zeig sie mir.“
Im Falle von Wut, Gier, Eifersucht und ähnlichen Gefühlen wird schnell klar, dass wir solche Zustände nicht einfach willentlich in uns erzeugen können. Sie erfordern bestimmte Bedingungen. Es ist nicht einmal wahr, dass diese Geistestrübungen wie eingesperrte Tiere in uns lauern und nur darauf warten, auszubrechen. Das wäre, als würde man glauben, dass Stürme im Himmel lauern und nur auf niedrigen Luftdruck etc. warten, um sich zu entladen.
Wenn Menschen reumütig gestehen, dass sie viele Geistestrübungen insich tragen, sind sie einem irreführenden Gefühl von Demut erlegen. Wir besitzen diese Dinge nicht – wir ermöglichen sie lediglich. Und das müssen wir nicht.

Ajahn Jayasāro
7/12/24

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