Website-Icon Herzensnahrung

Klärung

Es ist überraschend zu erfahren, dass das Wort kilesa, das üblicherweise mit „Geistestrübungen“ übersetzt wird und sich auf Geisteszustände bezieht, die den Geist beflecken, verderben oder verschmutzen, vom Buddha selbst kaum verwendet wurde. Kilesa ist vielmehr ein Begriff, der später in den Kommentaren bevorzugt wurde. Der Buddha selbst ordnete die belastenden Geisteszustände lieber nach ihrer konkreten Funktion. So erklärte er etwa das Erreichen der vier Stufen der Erleuchtung als einen fortschreitenden Prozess des Ablegens von zehn sogenannten samyojanas (Fesseln).
Auch die Kommentare entwickelten eigene Klassifizierungen der kilesas. Eine davon unterscheidet sie danach, wie stark und auf welche Weise sie sich äußern.
Hier besteht die erste Stufe der Trübungen aus denen, die so grob sind, dass sie sich in Handlungen und Sprache äußern. Auf der zweiten Stufe stehen jene Trübungen, die den Geist angreifen, sich aber nicht in Handlungen und Sprache zeigen.
Die subtilste Ebene der Verunreinigung betrifft solche, die still und verborgen im Geist schlummern. Diese werden oft mit dem Sediment am Boden eines Wasserkruges verglichen, das unsichtbar bleibt, bis das Wasser bewegt wird. Nur ein Arahant ist vollkommen frei von dieser Art von Verunreinigung. Anusaya ermöglicht die Aura der Unschuld und Reinheit kleiner Kinder. Es erklärt auch, warum Meditierende mit starkem samādhi leicht glauben können, dass sie erleuchtet sind.

Die erste Ebene wird durch ethisches Verhalten (sīla) überwunden,
die zweite durch Geistestraining (samādhi),
die dritte durch Einsicht und Weisheit (paññā).

Ajahn Jayasāro
10/5/25

Die mobile Version verlassen