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Freunde für immer

Metta sagt: „Lass ihn glücklich sein!“
Mitgefühl sagt: „Befreie sie vom Leiden.“
Das sind edle Eigenschaften. Gleichmut, ihr Kollege, ist ein Spielverderber. Er stellt ernüchternde Fragen wie: „Welche Präzedenzfälle werden hier geschaffen? Welche Auswirkungen wird deine freundliche Geste auf die Gruppe als Ganzes haben?“
Metta strahlt wieder: „Lass ihn glücklich sein.“
Gleichmut sagt: „Bist du sicher, dass du nicht andere Menschen unglücklich machst, wenn du diesen Menschen glücklich machst? Welche Abstriche musst du dafür machen?“
Metta: „Abstriche? Wie kannst du solche Worte in den spirituellen Bereich bringen?“
Mitgefühl sagt: „Sie hat Unrecht getan. Vergessen wir es und vergeben wir ihr.“
Gleichmut sagt: „Wenn du das tust, werden manche Menschen in Versuchung geführt. Sie werden sagen: ‚Sie ist damit durchgekommen, also kann ich das auch!‘ Andere werden sagen: ‚Ich fühle mich nicht sicher. Diejenigen, die Unrecht tun, kommen ungestraft davon. Sie wissen, wenn sie erwischt werden und Reue zeigen und dabei ein paar Tränen vergießen, werden sie jedes Mal den Konsequenzen entgehen. Hier gibt es keine Gerechtigkeit. Die Regeln haben keine Bedeutung. Tugend wird nicht wertgeschätzt.’“
Metta sagt: „Du bist so kalt und nüchtern.“
Upekkha antwortet: „Das nennt man ‚den Blick auf das Gesamtbild lenken‘.
„Du machst alles kompliziert.“
„Du machst alles zu einfach.“
Metta seufzt: „Du hast recht.“
Upekkha, Gleichmut, gibt nach: „Du hast nicht unrecht. Freunde?“
„Für immer.“

Ajahn Jayasāro
24/6/25

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