
Einige zufällige Überlegungen:
Das Denken in „Wir“ und „Sie“ ist eine Verschmutzung des Geistes, weil es ihn verengt und aufwühlt. „Wir sind gut und sie sind schlecht“, „Wir haben recht und sie unrecht“, „Wir sind unschuldig und sie schuldig“, laufen Gefahr, das Leben in einen Kinderzeichentrickfilm zu verwandeln.
Im Dhammapada sagt der Buddha: „Sie haben mich beschimpft, sie haben mich angegriffen, sie haben mich besiegt, sie haben mich beraubt“ sind Gedanken, die Feindschaft nähren und niemals zu ihrem Ende führen. Wir sollten Geistestrübungen wie Zorn aufgeben, nicht versuchen, sie zu rechtfertigen.
Starke Emotionen, besonders wenn sie mit Worten wie „Ehre“ und „Würde“ angeregt werden, führen tendenziell zu kurzfristigen Gewinnen und langfristigem Niedergang.
Einen kühlen Kopf zu bewahren und ohne Voreingenommenheit alles zu untersuchen, was zu einem unglücklichen Konflikt beigetragen hat, schafft die Bedingungen für eine tragfähige Lösung. Sich vorzustellen, man analysiere die Angelegenheit als intelligenter, neutraler Sozialwissenschaftler von einem anderen Planeten, ist ein geschicktes Mittel, dies zu erreichen.
Es geht nicht darum, dass es kein Schwarz oder Weiß gibt, sondern nur Grautöne. Es gibt Schwarz, Weiß und Grau. Es geht darum, die komplexen Zusammenhänge zwischen diesen Farben zu verstehen und zu erkennen, wie bedingt und vergänglich sie sein können.
Ajahn Jayasāro
26/7/25
