
Kürzlich habe ich mich mit Schülern unterhalten. Dabei habe ich beobachtet, wie Menschen einerseits so intelligent sein können, dass sie Maschinen bauen, die zum Mars fliegen, und andererseits so dumm, dass sie Vorurteile gegenüber Mitmenschen haben, nur weil diese eine andere Hautfarbe haben. Dieselbe Person kann einen Doktortitel einer renommierten Universität haben und dennoch unfähig sein, ihre Intelligenz für die grundlegendsten Aufgaben wie Essen, Ausruhen und Sport anzuwenden. Um über dieses übliche Durcheinander von Intelligenz und ihrem Gegenteil hinauszukommen, brauchen wir die ganzheitliche Lebensauffassung, die uns Buddha vermittelt. Seine Lehren offenbaren unsere Geistestrübungen und blinden Flecken und geben uns wirksame Werkzeuge an die Hand, um mit ihnen umzugehen. Er weist auf unser Potenzial hin und zeigt uns, wie wir es erreichen können. Durch die Praxis des Dhamma können wir unsere innere und äußere Welt in Einklang bringen.
Jemand fragte mich nach Glaubensvorstellungen. Ich antwortete, dass Handlungen des Körpers, der Sprache und des Geistes wichtiger seien. Die Geschichte ist voll von Menschen, die behaupten, im Namen ihres Gottes oder ihrer Philosophie zu handeln, und andere mit großer Grausamkeit und Gewalt behandeln. Hohe Überzeugungen führen nicht unbedingt zu weisem und mitfühlendem Verhalten. Buddhistische Überzeugungen sind überprüfbare Hypothesen über unsere Fähigkeit, das Unheilsame aufzugeben, das Heilsame zu kultivieren und den Geist zu läutern. Stelle sie auf die Probe. Deine Handlungen werden der Beweis für die Wirksamkeit des Dhamma sein.
Ajahn Jayasāro
24/1/26

