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Der Regenbogen und das bedingte Entstehen

Ein Regenbogen ist nicht einfach „da draußen“. Er kann nur dann für einen Betrachter sichtbar werden, wenn die Sonne ziemlich tief an einem klaren Himmel steht, er mit dem Rücken zur Sonne schaut und er Wasserpartikel sieht, die in einem Winkel von 42° zu seinen Augen in der Luft schweben (diese Zahl ergibt sich aus der Brechung und Reflexion des Lichts im Wasser). Ein Regenbogen ist ein beziehungsorientiertes Phänomen. Die Lichtmuster existieren, aber der farbige Bogen, den wir „Regenbogen“ nennen, hängt davon ab, dass sich ein menschlicher Betrachter zu einer bestimmten Tageszeit an einem bestimmten Ort befindet. Jeder Mensch sieht seinen eigenen Regenbogen, weil die Tröpfchen, die Licht zu einem Beobachter senden, nicht dieselben sind, die Licht zu der Person neben ihm senden. Der Regenbogen hat keine eigenständige Essenz, sondern entsteht und vergeht aufgrund bestimmter Bedingungen. Die Betrachtung eines Regenbogens kann uns ein Modell liefern, das uns hilft, unsere tief verwurzelte Bindung an die Vorstellung von festen, eigenständigen Einheiten, die aufeinander einwirken, zu hinterfragen und das bedingte Entstehen zu begreifen.

Ajahn Jayasāro
7/2/26

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