
Vielleicht wurde dir schon einmal die Frage gestellt: Wie sicher kannst du dir sein, dass der Buddha überhaupt existiert hat? Wie sehr kannst du deinen Texten vertrauen? Meine Antwort lautet: Unser Vertrauen ist mehr als gerechtfertigt.
Die Pali-Texte der Suttas und des Vinaya weisen eine unglaubliche innere Übereinstimmung und Einheit auf, enthalten dabei aber keinerlei Verweise auf spätere Texte. Sie sind frei von historischen Anachronismen. Dies vermittelt dem informierten Leser das sichere Gefühl, dass sie alle das Werk eines einzigen Geistes sind. Die Einheitlichkeit der Texte über isolierte Überlieferungslinien hinweg deutet auf einen gemeinsamen, vor-sektiererischen Ursprung hin. Sie zeugt auch von der Zuverlässigkeit der mündlichen Überlieferungsmethoden, mit denen die Mönche sie bewahrten.
Die sechzehn in den Texten erwähnten Länder wurden bald vom Nanda-Reich verschlungen. Das Fehlen von Hinweisen auf dieses oder das nachfolgende Maurya-Reich und dessen große Persönlichkeiten wie Candagutta und Asoka untermauert die frühe Herkunft der Texte. Ebenso wie das Fehlen jeglicher Hinweise auf schriftliche Überlieferungen. Archäologische Funde haben die Existenz der meisten Klöster und Städte bestätigt und sie auf das 5. bis 4. Jahrhundert v. Chr. datiert. Die Asoka-Säulen, die etwa 150 Jahre nach Buddhas Tod errichtet wurden, liefern überzeugende Beweise. Auf der Lumbini-Säule steht: „Hier wurde der Buddha, Shakyamuni, geboren.“ Eine andere enthält die Namen von Sutras, deren Studium der große Kaiser seinen Untertanen empfahl. Die großen Stupas, die er in Sanchi und Bharhut, 1000 km von seiner Hauptstadt entfernt, errichten ließ, zeigen Steinreliefs mit Episoden aus dem Leben des Buddha und verdeutlichen, wie weit sich die Lehre bereits verbreitet hatte.
Es gibt noch viel mehr. Mit dieser einen gelben Seite kratze ich nur an der Oberfläche. Allen, die sich für dieses Thema interessieren, empfehle ich das hervorragende Werk „The Authenticity of the Early Buddhist Texts“ der Ehrwürdigen Bhikkhus Sujāto und Brahmāli.
Ajahn Jayasāro
21/3/26
