
Die meisten Menschen verstehen Freiheit als Zugang zu konkreten Erfahrungen: das bekommen zu können, was sie wollen, und nicht das, was sie nicht wollen; das tun zu können, was sie wollen, und nicht das, was sie nicht wollen; dorthin zu gehen, wo sie hinwollen, und nicht dorthin, wo sie nicht hinwollen. Und so weiter und so fort.
Für jemanden, der Freiheit im Sinne von Konsum und Erleben versteht, ist Geld von entscheidender Bedeutung. Ein reicher Mann erklärte mir einmal, dass er sich durch viel Geld wie ein Superheld fühle. Geld sei seine Superkraft. Es verschaffte ihm schöne Dinge, es verschaffte ihm Status. Er gab zu, dass er sich dadurch Menschen ohne Geld überlegen fühlte.
Aber letztendlich sind die materiellen Freiheiten trivial. Man könnte sie mit dem Luxus vergleichen, den eine Deluxe-Suite auf der Titanic oder die Gefängniszelle eines Mafiabosses bieten. Es sind alles Freiheiten innerhalb einer Begrenzung, nicht die Freiheit von der Begrenzung selbst. Die Augen bei der Meditation zu schließen hilft dir, die Augen für all die Wege zu öffnen, auf denen dein Geist dich daran hindert, wirklich frei zu sein. Zuerst kommt die schlechte Nachricht: Du bist dein schlimmster Feind. Dann die gute Nachricht: Das musst du nicht sein; du kannst dein bester Freund sein. Lass all das Verlangen los, und die Gefängnistür schwingt auf.
Ajahn Jayasāro
16/5/26
