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Das Ziel erreichen

Der feste Glaube an die eigene Fähigkeit, ein Ziel zu erreichen, bringt gewisse psychologische Vorteile mit sich. Er bewirkt jedoch nicht, das Ziel für einen zu erreichen. Die Art von magischem Denken, die behauptet, dass dies aufgrund eines mystischen Naturgesetzes geschehen werde, taucht im Laufe der Geschichte immer wieder in verschiedenen Varianten auf. Im Westen wurde im 19. Jahrhundert das „Gesetz der Anziehung“ weit verbreitet propagiert, untermauert durch Verweise auf Kräfte und Schwingungen. Heutzutage ist von Affirmationen, Visualisierungen, positivem Denken, Manifestieren und so weiter die Rede. Man beruft sich nun auf Energien und Frequenzen und sogar auf die Quantenphysik.
Vor 2500 Jahren sagte der Buddha, dass es, unabhängig davon, ob ein Mönch sich mit dem Gedanken beschäftigte: „Oh, möge mein Geist durch Nicht-Anhaften von den Verunreinigungen befreit werden!“, seine Verwirklichung nicht davon abhinge, sondern davon, ob er die siebenunddreißig Bodhipakkhiya-Dhammas kultiviert habe: die vier Grundlagen der Achtsamkeit, die vier rechten Bemühungen, die vier Grundlagen der geistigen Kraft, die fünf geistigen Fähigkeiten, die fünf Kräfte, die sieben Faktoren der Erleuchtung und den Edlen Achtfachen Pfad.
Ähnlich verhält es sich, wenn eine Henne zwar den Wunsch hegt: „Oh, mögen meine Küken doch mit ihren Krallen und Schnäbeln die Eierschalen durchbohren und sicher schlüpfen“, so werden die Küken dazu dennoch nicht in der Lage sein, wenn die Henne nicht lange genug auf den Eiern gesessen hat. Und wenn die Henne keinen solchen Wunsch im Sinn hat, aber dennoch lange genug auf den Eiern sitzt, durchbohren die Küken die Eierschalen und schlüpfen sicher.

Ajahn Jayasāro
18/7/26

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