Ende 1983 war ich zum ersten Mal im Wat Suan Mokh. Der Lehrer Ajahn Buddhadāsa hat mich sehr beeindruckt. Ich hatte das Manuskript eines Buches dabei, das ich aus seinen Lehren übersetzt hatte. Wir verbrachten unvergessliche Stunden damit, Passagen durchzugehen, bei denen ich mir unsicher war. Zu anderen Tageszeiten beobachtete ich ihn gerne dabei, wie er mit Gästen sprach, während hinter ihm ein langsam glimmendes Stück Seil die Mücken fern hielt.
Mich interessierte, inwiefern sein Lehrstil dem von Ajahn Chah ähnelte und inwiefern er sich davon unterschied. So sehr sie sich auch auf ihr Publikum einließen, beide trugen eine gewisse Distanziertheit in sich. Das hatte nichts mit sozialem Status zu tun, sondern mit einem immerwährenden und gelegentlich sichtbaren „Niemand“ hinter dem gegenwärtigen „Jemand“.
Beide hatten einen guten Sinn für Humor. Ajahn Chahs Humor war beobachtend, und er konnte ein urkomischer Nachahmer sein. Aber ich kann mir unmöglich vorstellen, dass Ajahn Buddhadāsa eine Stimme imitierte oder Manierismen annahm, um eine Geschichte zu veranschaulichen. Wenn ich mich jetzt an ihn erinnere, fällt mir als Adjektiv „majestätisch“ ein. Sein Sinn für Humor drehte sich um Wortspiele. Hier ist kein Platz für seinen kreativen Umgang mit der thailändischen Sprache. Aber eine Vorstellung davon, was er humorvoll fand, lässt sich vielleicht daran erkennen, dass er den Hund in seinem Kuti „Sompan“ (Abt) nannte. Wenn Leute zu ungünstigen Zeiten kamen und nach dem Abt fragten, wurden sie zu dem Vierbeiner weitergeleitet.
Ajahn Buddhadāsa teilte eine bestimmte rhetorische Fähigkeit mit Ajahn Chah, nämlich das schnelle Gegenfragen. Er konnte auch kurze, prägnante Antworten geben, die dem Zuhörer noch lange im Gedächtnis blieben. Ein Beispiel dafür war, als ein verzweifelter Mann zu ihm sagte: „Mein Geist ist so aufgewühlt. Was kann ich tun?“ „Hör auf, ihn aufzurühren“, lautete die sofortige Antwort.
Ajahn Jayasāro
29/9/26
