Angst, du warst geseh’n!

Es gibt viele Geschichten in den Suttas, in denen Māra, »der Böse«, sich auf verschiedene Weisen verkleidet, um den Buddha zu versuchen. Der Buddha aber fällt niemals darauf rein. In allen Fällen sagt er lediglich »Ich sehe dich, Māra«, worauf Māra enttäuscht von dannen zieht.

Diese Geschichten lehren uns, dass unser größter Schutz im Leben in der Fähigkeit liegt, die geistigen Verblendungen klar als das zu erkennen, was sie in Wirklichkeit sind.

Mit Achtsamkeit sagen wir ruhig zu uns selbst »Ich sehe dich, Gier«, »Ich sehe dich, Ärger«, »Ich sehe dich, Angst«. Weil diese geistigen Verblendungen lediglich unwillkommene Gäste sind, und nicht wer wir sind, werden sie sich, nachdem sie vollständig durchschaut und eingestanden sind, zurückziehen.

Ajahn Jayasāro