
In den Suttas legen die Lehren des Buddha über cāgānussati (Rückbesinnung auf Freigebigkeit) den Schwerpunkt weniger auf die Erinnerung an einzelne Akte der Freigebigkeit als vielmehr auf die Betrachtung des Wunders, die Tugend der Freigebigkeit zu besitzen. In AN 6.10 sagt der Buddha zu Mahānāma:
„Edle Schüler besinnen sich so auf ihre Freigebigkeit: ‚Heil mir! Gut hab‘ ich‘s getroffen, daß ich inmitten der vom Laster des Geizes umsponnenen Menschheit mit einem vom Laster des Geizes freien Herzen im Hause lebe, freigebig, mit offenen Händen, zum Geben geneigt, den Bedürftigen zugetan, am Austeilen von Gaben Freude habend.“
Der Buddha fährt fort, dass das Nachdenken über Freigebigkeit auf diese Weise eine vorübergehende Atempause von Geistestrübungen gewährt, wodurch der Geist stabilisiert und im Dhamma inspiriert wird. Er erklärt, dass die Zufriedenheit, die aus der Erinnerung an Freigebigkeit entsteht, zu Freude, Ruhe, Glückseligkeit und Samādhi erblüht.
„So verweilt ein edler Schüler in Ausgeglichenheit inmitten einer unausgeglichenen Bevölkerung, ungetrübt inmitten einer unruhigen Bevölkerung.“
Das Wort, das ich oben mit „heil mir“ übersetzt habe, ist „lābha“ oder Gewinn. Daher könnte der Ausruf auch so wiedergegeben werden: „Was für ein Gewinn das für mich ist.“ Geiz und Besitzgier mögen uns helfen, materiellen Reichtum anzuhäufen, aber sie machen uns arm im Geiste. Den Wert der Freiheit von dieser Art von Armut voll und ganz zu schätzen, kann eine Grundlage für immer tiefere Einsichten bieten.
Ajahn Jayasāro
