-
Was uns verbindet
Natürlich hängt die Existenz anderer Menschen in der Welt nicht von unseren Gefühlen ihnen gegenüber ab. Aber in unserer persönlichen Welt werden Menschen für uns erst dann zu Menschen, wenn wir es zulassen. Die Weigerung, die Menschlichkeit anderer anzuerkennen, ist eine der häufigsten Methoden, um andere schlecht zu behandeln. Ein wichtiger Faktor beim Völkermord in…
-
Wegweiser zur wahren Beschaffenheit von mettā und Mitgefühl
Abstrakte Werte werden für uns greifbar, wenn sie in etwas Konkretem und Materiellem eingebettet sind. Jahrhundertelang vermittelten die erleuchteten Schüler des Buddha Weisheit, Mitgefühl und innere Lauterkeit am wirkungsvollsten durch ihr Sein und nicht durch ihre Worte. Selbst die Worte, die sie äußern und die uns in Erinnerung bleiben, sind nicht unbedingt die offensichtlichen. Eine…
-
Der Duft von frisch gebackenem Brot
Letzte Woche befand ich mich in einer kleinen Autokolonne auf langer Fahrt durch eine Gebirgslandschaft. Als der kühle Spätnachmittag voranschritt, einigten wir uns darauf, eine kurze Pause einzulegen. Wir parkten und gingen in ein Gebäude, in dem es im zweiten Stock ein Restaurant und Toiletten gab. Als sich die automatischen Türen im Erdgeschoss öffneten, standen…
-
Klare Sicht entwickeln
Wenn dich jemand ohrfeigen würde (hoffentlich passiert das nie!), wäre es okay zu sagen: „Die Person hat mir wehgetan.“ Egal, wer dich geschlagen hat, wann das passiert ist oder wie du dich gerade gefühlt hast, das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Der Schlag hat dir Schmerzen bereitet. Aber das Entstehen von seelischen Schmerzen und Emotionen kann…
-
(Außer-)Gewöhnlich
In einer meiner Lieblingsgeschichten greift ein tibetischer Bandit mit seinen Leuten eine Karawane an und sticht dabei aus Versehen mit seinem Schwert auf ein hochschwangeres Pferd ein. Durch den Schock kommt das Fohlen der Stute zur Welt.Mit ihren letzten Atemzügen leckt die Stute ihr Fohlen. Als er ihre selbstlose Hingabe sieht, selbst am Ende ihres…
-
Erfahrungen analysieren
Ein altes Sprichwort lautet: Wenn ein Taschendieb einen Heiligen sieht, schaut er nur auf dessen Taschen. Von all den Dingen, denen wir unsere Aufmerksamkeit schenken könnten, treffen wir eine Auswahl. Wir geben manchen Dingen Vorrang und ignorieren oder übergehen andere. Häufig merken wir das gar nicht, weil die Dinge, denen wir Aufmerksamkeit schenken, scheinbar ganz…
-
Watergate
1972 führte der Einbruch ins Hauptquartier der amerikanischen Demokratischen Partei in Washington DC zum Sturz von Präsident Nixon. Das stümperhafte Vorgehen war nicht der einzige Fehler. Die ganze Idee war von Anfang an falsch und barg erhebliche Risiken für einen potenziell geringen Gewinn. Die schiere Dummheit des Vorhabens war echt krass. Später kam heraus, dass…
-
Mit Angst umgehen lernen
Unsere Geisteszustände ändern sich so leicht; sie sind wie Kajaks. Unser Körper hingegen verändert sich viel langsamer, eher wie ein Öltanker. Der Geist kann plötzlich von Angst erfüllt sein und ebenso plötzlich wieder frei davon sein. Der Körper braucht Zeit, um wieder zur Normalität zurückzukehren. Adrenalin und Cortisol, die bei der Wahrnehmung von Gefahr ausgeschüttet…
-
Je mehr wir hinschauen, desto mehr lernen wir
Die Vorstellung, dass eine Sache nur eine einzige Ursache haben müsse, ist eine unterstützende Bedingung für viele Überzeugungen und erklärt zum Teil die Anziehungskraft von Verschwörungstheorien. Diese Vorstellung verstärkt auch Gefühle von Schuld und Reue: „Wenn ich nur nicht …, dann wäre es nicht …, sie hätte nicht …, er hätte nicht …“ Wenn wir…
-
Es ist wichtig, die Lehrreden nicht selektiv zu lesen
Eines Tages hob Buddha eine Handvoll Blätter vom Waldboden auf. Er erklärte seinen Schülern, dass die Anzahl der Blätter in seiner Hand nur einen kleinen Bruchteil der Gesamtzahl der Blätter auf dem Boden ausmache, ebenso wie das, was er ihnen lehrte, nur einen Bruchteil all dessen ausmache, was er durch seine Erleuchtung erkannt habe.Der Grund…










