-
Wahre Kriterien
In einer Jātaka-Geschichte beschließt ein wohlhabender, aber leichtgläubiger Mann, all sein Gold in der Klause eines Asketen zu vergraben, den er verehrt.Der Asket ist verdorben. Er gräbt das Gold aus und vergräbt es an einem neuen Ort. Am nächsten Tag nimmt er Abschied von seinem Wohltäter und erklärt, dass es ein Hindernis für Nicht-Anhaften sei,…
-
Die falsche Weisheit nachträglicher Einsicht
Im Nachhinein ist jeder klug. Oder wenn nicht gerade klug, dann zumindest klüger. Zumindest fühlt es sich so an. Plötzlich sehen wir all die Dinge, die wir hätten tun sollen und nicht getan haben, die wir nicht getan haben und hätten tun sollen; all die Dinge, die wir hätten sagen sollen und nicht gesagt haben,…
-
Der König und der Mangobaum
In Thailand reifen die Mangos im April. Wenn ich an meine ersten Jahre hier zurückdenke, sind der kühle, süße Geschmack von „Okrong“-Mangos und die schwüle Hitze des heißesten Monats des Jahres untrennbar miteinander verbunden. Heiße Blechdächer, ständig schwitzen – die guten alten Zeiten! Ajahn Chahs Lehren sind voller Verweise auf Mangos. Er erzählte gerne die…
-
Die Motivation für gute Taten
Zyniker schlagen in ihren Äußerungen oft einen überheblichen Ton an, nach dem Motto: „Komm schon, seien wir doch mal ehrlich, was hier wirklich los ist.“ Der niederländische Philosoph Bernard Mandeville aus dem 17. Jahrhundert sagte beispielsweise: „Selbst der bescheidenste Mensch auf Erden muss zugeben, dass der Lohn einer tugendhaften Handlung … in einem gewissen Vergnügen…
-
Einsicht in anatta
Vor vielen Jahren lebte ich in einer kleinen Hütte an der Seite eines dicht bewaldeten Hügels.Eines Tages beschloss ich, den Bach hinaufzusteigen, der in der Nähe donnernd talwärts floss, angeschwollen durch den Sturm des Vortags. Es war kein leichter Aufstieg, und als ich von Fels zu Fels kletterte, rutschte ich aus und fiel. Ich fand…
-
Gleichmut als Praxis in Konfliktsituationen
Wenn wir versuchen, uns auf den Atem zu konzentrieren, werden wir uns all der Faktoren bewusst, die uns daran hindern. Wir lernen, wie wir vermeiden können, dass diese Faktoren entstehen, und wie wir sie loslassen können. Dieses Prinzip gilt auch für andere Bereiche der Praxis. Indem wir zum Beispiel die vierte ethische Regel im Auge…
-
Die historischen Grundlagen des Buddhismus sind nachprüfbar
Vielleicht wurde dir schon einmal die Frage gestellt: Wie sicher kannst du dir sein, dass der Buddha überhaupt existiert hat? Wie sehr kannst du deinen Texten vertrauen? Meine Antwort lautet: Unser Vertrauen ist mehr als gerechtfertigt.Die Pali-Texte der Suttas und des Vinaya weisen eine unglaubliche innere Übereinstimmung und Einheit auf, enthalten dabei aber keinerlei Verweise…
-
Ausgewogenheit in der Praxis
Im Jahr 1978, in London, kurz bevor ich nach Thailand kam, unterhielt ich mich mit einer Psychiaterin, die sich nach einer langen, erfolgreichen Karriere gerade zur Ruhe gesetzt hatte. Ich war überrascht, als sie sagte, dass sie ihren Patienten selten empfohlen habe, zu meditieren. Ihrer Ansicht nach war es das Wichtigste, Menschen mit psychischen Problemen…
-
Sich selbst ein guter Freund sein
Heutzutage wird den Menschen oft gesagt, sie sollten sich selbst lieben. Das klingt vernünftig. Aber es ist nicht klar, was es genau bedeutet, sich selbst zu lieben, oder überhaupt, was diese Wendung eigentlich meint.Vermutlich bezieht sie sich auf eine bestimmte Art von Gefühl sich selbst gegenüber. Viele Menschen prüfen, ob sie dieses Gefühl haben, finden…
-
Enthusiasmus entwickeln
„Dann habe ich da meinen Schülern eine Übung erklärt, die sie benutzen, um die vier Arten rechten Bemühens zu entwickeln: Da entwickelt ein Mönch Enthusiasmus, setzt sich ein, rüttelt seine Energie auf, gebraucht seinen Geist und bemüht sich, damit schlechte, untaugliche Eigenschaften nicht aufkommen. Er entwickelt Enthusiasmus, damit schlechte, untaugliche Eigenschaften, die aufgekommen sind, aufgegeben werden…. Er entwickelt…










